Marius Bear – Boys Do Cry (Schweiz)

Während es in der Vergangenheit für die Schweiz eher schwierig beim ESC war und sie trotz tollem Duo 2018 den Finaleinzug verfehlten, konnten sie in den letzten Jahren dann doch eine steile Kurve hinlegen. Bereits 2019 erreicht Luca Hänni einen großartigen vierten Platz. Ihm folgte Gjon`s Tears, der sogar noch einen Platz weiter vorne landete. Ob Marius Bear diesen Weg fortsetzen und einen zweiten Platz belegen kann? Ich fürchte nein, aber dennoch hat die Schweiz einen würdigen Nachfolger gewählt.

Von der Uni zum ESC

Marius Bear studiert aktuell in London Musikproduktion und arbeitete parallel dazu an seiner Musikkarriere. 2019 veröffentlichte er sein erstes Album „Not Loud Enough“ und wurde prompt mit dem Swiss Music Award als „Best Talent 2019“ ausgezeichnet. Und das zurecht! Denn er hat nicht nur eine starke und gefühlvolle Stimme, er kann diese auch äußerst abwechslungsreich einsetzen und so eine große Bandbreite abdecken. Wenn er beim Liveauftritt genauso klingt, wie in der Studioversion, dann wird die Schweiz vermutlich wieder Jurysieger werden.

Mit ruhigen Tönen zum Sieg?

Sein Song „Boys Do Cry“ geht es darum, Gefühle zu zeigen und Emotionen zuzulassen. Dies transportiert er in der ruhigen und reduzierten Ballade. Alles im Song ist auf ihn und seine Stimme zugeschnitten. Mit einem ebenso dezenten, aber zugleich ansprechendem Staging könnte die Schweiz insgesamt einige Punkte sammeln und sich weiter vorne platzieren. Ähnlich wie bei Salvador Sobral kann ein unaufgeregter, sanfter und unscheinbar wirkender Beitrag auffallen, wenn drum herum alles brennt, knallt und zischt.  Jedoch besteht die Gefahr, dass das Ganze ins Altmodische und Kitschige rutscht, wenn er beispielsweise in einen Kommunionsanzug gequetscht wird. Solche Fehler sind ja leider nicht selten beim ESC.

Die Wirkung und Platzierung von „Boys Do Cry“ steht und fällt mit der Inszenierung.

Wie bewertet ihr den Song und den Künstler? Eine gute Wahl oder lässt die Schweiz den Siegeszug abreißen? Lasst es mich wissen. Hier in den Kommentaren oder auf meinen Profilen in den sozialen Netzwerken.

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