Jendrik – I don‘t feel hate (Deutschland)

Nachdem bereits vor einiger Zeit bekanntgegeben wurde, dass Jendrik für Deutschland zum ESC 2021 fährt, wurde heute das dazugehörige Lied veröffentlicht. Das Musikvideo folgt heute Abend.

Als erstes ist zu sagen: Jendrik ist ein absolut toller Typ. Er ist witzig, sympathisch und eine wirkliche Frohnatur. Er liebt und lebt den ESC. Einen besseren Vertreter hätte man kaum finden können.

Der studierte Musical-Darsteller, der sich über zahlreiche soziale Netzwerke schon eine kleine Fangemeinde aufbauen konnte, entertaint uns mit seinen kurzen Clips, die uns mit auf seine Eurovision-Reise nehmen. Somit ist Jendrik der ideale Kandidat für den NDR, da er deren PR-Arbeit gleich mit macht. Obendrein hat er seinen Song selbst geschrieben und das Video dazu selbst produziert und inszeniert. All das stand schon vor dem ESC-Casting fest. Er bewarb sich bereits mit dem fertigen Musikvideo im letzten Jahr. Und siehe da, im Dezember hieß es dann: „Jendrik, du fährst zum ESC!“.

Insgesamt führt das den langwierigen Auswahlprozess ad absurdum, aber das konnte man zuvor ja schließlich nicht wissen.

Sänger WOW, Lied mau

Ich finde es absolut großartig, dass der NDR und der ESC 2021 einem Allrounder wie Jendrik eine Bühne bieten und ihm so ermöglicht wird, sein Talent einem breiten Publikum zu zeigen. Der Mann kann tanzen, singen, ist witzig, kreativ und clever.  Jendrik ist kein „einfacher“ Musical-Sänger, er ist keine ESC-Marionette, Jendrik ist ein Künstler, der weiß was er kann und weiß was er will!

Ich persönlich mag den Song nicht wirklich. Ja, er ist witzig und total positiv, aber er ist mir zu überladen, zu wild, zu hektisch und zu chaotisch. Er ist meiner Meinung nach zu verrückt, um ein ernstes und schönes Lied sein zu können, aber zugleich zu schön und ernst, um eine durchgeknallte Verka-Nummer zu sein. Es ist ein Mix aus Raab-Verrücktheit und musikalischen Electro Velvet Retro-Einflüssen. Raabs Ansage rückt von einer einführenden Begrüßung in Jendriks Song ans Ende, wenn er sich bei seinen Zuhörern auf Deutsch verabschiedet. Irgendwie fühlt sich das Lied für mich, trotz der Wildheit, nicht wirklich frisch an. Sehr schade.

Das Lied ist somit absolut nicht nach meinem Geschmack, aber ich bin fest davon überzeugt, dass Jendrik viele Menschen in ganz Europa damit begeistern wird. Nicht zuletzt, weil er ein Bühnenmensch ist, der vermutlich schon jetzt eine perfekte Show abliefern würde.

Eine Null-Nummer wird das auf keinen Fall und Spaß-Beiträge wie Guildo Horn und Stefan Raab haben bewiesen, dass Deutschland damit durchaus international gut ankommen kann.

Persönlichkeit punktet

Der NDR hat mit Jendrik wirklich ein Ass im Ärmel, nun ist es aber außerordentlich wichtig, dass sie diesen tollen Typen entsprechend international vermarkten. Die Welt muss verstehen, wie witzig und sympathisch er ist. Machts wie 2010 und lasst einen zweiten „Lovely-Lena“ Moment entstehen, dann wird es schon alleine für seine Persönlichkeit Punkte geben.

Auch wenn „I don’t feel hate“ bei mir durchfällt, freue ich mich, dass Jendrik Deutschland vertritt. Man kann und muss nicht jeden überzeugen, wichtig ist nur, dass man sich selbst treu bleibt und dass man Spaß bei allem hat und das scheint beides bei ihm der Fall zu sein.

Von daher wünsche ich Jendrik alles Gute bei seiner weiteren ESC-Reise, ganz viel Spaß und Erfolg und vor allem wünsche ich ihm, dass das Ganze der Startschuss einer großen Karriere wird. Verdient hätte er es!

In diesem Sinne wünsche ich Jendrik ein „derbe nices Leben“!

 

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