James Newman – My Last Breath (United Kingdom)

Nach den Misserfolgen der letzten Jahre wandten sich die Verantwortlichen vom britischen Vorentscheid „You Decide“ ab. Man entschied sich in diesem Jahr für eine Direktnominierung. Nur bedingt verständlich, denn das Problem war nicht das Auswahlverfahren oder die Künstler, sondern die schwachen Lieder, die zur Wahl standen. Sowohl Surie als auch Michael Rice können singen, aber beide Songs waren langweilige Stücke der Musikgeschichte.

Da wir aber im letzten Jahr den wohl zähsten Vorentscheid des ESC ertragen mussten, mit gefühlt zehnfacher Wiederholung des gleichen Liedes, trauern die Fans dem britischen Vorentscheid nur bedingt hinterher.

Vom TV zum Radio

Nach langem Schweigen verkündeten die Verantwortlichen des BBC dann endlich, dass sie in einer internen Wahl einen Künstler samt Song gefunden haben. Dieser wurde dann im Radio veröffentlicht. Nicht gerade spektakulär, aber immerhin waren es Radiosender, die den ESC sonst mieden. Somit war es für britische Fans zumindest eine kleine Überraschung. Auch das die Veröffentlichung zur besten Sendezeit stattfand, erfreute die Fangemeinde.

Die Wahl fiel auf den 1988 geborenen James Newman, der den meisten nur als älterer Bruder des erfolgreichen Sängers John Newman bekannt sein dürfte. Aber James braucht sich nicht hinter seinem kleinen Bruder zu verstecken, auch er hat eine großartige Stimme mit Wiedererkennungswert und Gefühl. Vor seiner ESC Nominierung trat er jedoch eher als Komponist und Texter in Erscheinung, so konnte er im Jahr 2014 einen Brit Award für das von ihm geschriebene Lied „Waiting All Night“ gewinnen. Daher überrascht es nicht, dass er seinen Eurovision-Song „My Last Breath“ mitgeschrieben hat. Unterstütz wurde er hierbei von Adam Argyle, Ed Drewett und Iain James.

Meiner Meinung nach hat UK eine sehr gute Wahl getroffen. Vor allem stimmlich konnte mich James Newman total überzeugen. Auch sein Song gefällt mir ganz gut. Insbesondere der Anfang, bei dem seine Stimme im Vordergrund steht, ist sehr gelungen. Die nacheinander einsetzenden Instrumente führen zu einem großartigen Aufbau des Songs, der dann im Refrain gipfelt. Und hier ist die Krux des Ganzen. Der Refrain ist deutlich schwächer als der Rest des Songs. Aufbau und Strophen finde ich fantastisch, aber leider fehlt mir im Refrain der Knall, die Energie, die Kraft. Und diese eingebaute Pause vor dem Wort „Breath“ reißt mich immer wieder aus dem Song raus. Hier hätte ich mir etwas Runderes gewünscht. Die Pause setzt zwar den Fokus auf den Titel, aber man hätte sie sparsamer einsetzen können. Trotzdem als Gesamtpaket eine tolle Nummer. Well done UK.

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