Die Proben am achten Tag

Mit Italien, Deutschland, der Niederlande, Frankreich, UK und Spanien gehen heute die letzten Einzelproben über die Bühne.

Italien probiert ein neues Outfit aus. Der Sänger der Band trägt eine Art Ganzkörper-Korsett. Ich persönlicher fand die Outfits zuvor besser, aber nun wirkt es eher wie ein ESC Auftritt. Alle Kostüme passen besser zusammen, da die Bandmitglieder alle Outfits im selben Stoff tragen. Dennoch wirkt es auf mich überzogen und albern. Außerdem passen die Farben nun nicht mehr so gut zum Outfit. Ansonsten läuft absolut alles rund. Das wird ein genialer Auftritt!

Quelle eurovision.tv EBU / Andres Putting

Dann gings weiter mit Jendrik. Hier hat sich wenig geändert. Jendrik singt leider stellenweise erneut nicht perfekt, aber wie gut sieht er bitte aus? Das Styling passt, die Frisur ist endlich eine Frisur und er strahlt vor Freude. Das ist so schön anzusehen! Beim Peace-Zeichen frage ich mich, ob da manchmal der böse Mittelfinger absichtlich zum Einsatz kommt? Auf jeden Fall klappt der Zeigefinger ab und an ein, sodass der Mittelfinger mit grimmigem Gesichtsausdruck zurückbleibt. Auch wenn ich das mit der Hand noch immer albern finde, feiere ich Sophia für ihre Interpretation. Sie wird in die ESC Geschichte eingehen, so viel ist klar! Alle machen soweit einen guten Job und der Gesang wird von Durchgang zu Durchgang besser, aber da muss sich Jendrik echt noch mehr zusammenreißen. Klar, er hat spaß und freut sich und will den Moment genießen, aber die Stimme muss trotzdem da sein. Also: Konzentration!

Quelle eurovision.tv EBU / Andres Putting

Wie Italien hat auch die Niederlande ein wenig am Outfit geschraubt. Hier finde ich die kleinen Veränderungen jedoch deutlich besser. Prinzipiell trägt Jeangu das gleiche blaue Outfit, jedoch verzichtet er auf das BDSM-Oberteil unter der Jacke. Das alleine ist schon viel besser. Nun hat er noch ein Glitzer-Halsband umgelegt, das sich auch in zwei Bändern um seine Oberarme wiederfindet. Brauche ich jetzt nicht, stört aber auch nicht. Sonst hat sich wenig getan. Alles wirkt zwar ästhetisch und spricht mich an, aber ich fürchte, dass die Gastgeber damit nicht die Massen mobilisieren werden. Aber das muss und will es ja auch nicht. Es will eine Botschaft transportieren und das tuts!

Quelle: eurovision.tv EBU / Thomas Hanses

Frankreich macht es mir echt schwer, etwas zu schreiben. Warum? Weil es schon beim letzten Mal perfekt war und sich entsprechend nichts mehr änderte. Klar, Feinheiten haben sich geändert. Hier und da eine Kameraeinstellung, aber das ist nicht nennenswert. Barbara macht das einfach unbeschreiblich gut. Ich weiß nicht, ob das ganz Europa so so sieht, wie wir frankophilen Mitteleuropäer, aber ich bin einfach nur begeistert. Es ist so stark inszeniert. Der Fokus liegt auf Barbara, alles ist reduziert und jede kleine technische Spielerei ist so auf den Punkt platziert, dass es zu einem runden Meisterwerkt wird.

Quelle eurovision.tv EBU / Andres Putting

Während Frankreich so ohne weiteres schon mit der Probe hätte gewinnen können, kann James froh sein, dass es nur eine Probe war. Zwei von drei Durchgängen mussten aufgrund technischer Probleme abgebrochen werden und der der funktionierte, funktionierte so leider auch nicht wirklich. Wenn die einzigen Veränderungen zwischen Probentag 1 und 2 eine Jacke ist, die man erst offen und dann halb geschlossen trägt, ist man entweder extrem zufrieden mit dem ersten Durchgang gewesen, oder man ist extrem verzweifelt und einfallslos. Ich befürchte bei UK ist letzteres der Fall.

Quelle: eurovision.tv EBU / Thomas Hanses

Spanien hält auch an der Inszenierung fest. Alles sehr dunkel zu Beginn. Blas startet wieder a cappella, was wirklich toll ist und später kommt dann wieder diese Mörderkugel ins Bild. Spanien hat das gemacht, was Albanien sonst so oft macht: Einen eigentlich okayen Song gewählt, sich dann gefragt was wohl der ESC Fan mag, und den Beitrag dann vermeintlich modernisiert und dadurch alles verschlimmbessert. Dieser Beat ist so unnötig und passt auch nicht zum restlichen Konzept. Der ursprüngliche Song (ruhiger, langsamer und reduzierter) hätte hier viel besser funktioniert. Eins ist meiner Meinung nach klar: Außer Frankreich und Italien hat keiner der gesetzten Finalisten eine Chance vorne mitzumischen.

Quelle eurovision.tv EBU / Andres Putting

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.