Das erste Halbfinale

Heute Abend wird das zweite Halbfinale zu sehen sein, in dem die letzten Finalisten ermittelt werden. Doch zuvor möchte ich einen kleinen Blick ins erste Semi werfen.

Was für ein grandioser Moment, wenn die Musik startet und man weiß: „Jetzt startet endlich wieder eine ESC-Liveshow.“ Unter normalen Bedingungen hüpft mein Herz ja schon vor Freude, wenn eine ESC Show beginnt, aber nach einer Zwangspause war die Freude unermesslich.

Im Vorfeld, als klar wurde, dass The Roop das erste Semi eröffnen, war ich ziemlich überrascht. Sonst werden Favoriten nicht so zu Beginn „verheizt“. Aber als es dann soweit war und seit 2019 erstmals wieder ein Act live auf einer ESC Bühne stand, habe ich verstanden, warum The Roop die beste Wahl war. Gar nicht lange rummachen, ein Highlight an den Anfang setzen. Zack, voll auf die 12. Der ESC ist zurück und er wird richtig gut!

Selbst schwächere Auftritte fühlten sich nach so langer Abstinenz wie Gewinnermomente an. Aber nüchtern betrachtet, war dann doch nicht alles so gut, was man da sehen und vor allem hören durfte. Angefangen bei Vasils Song mit ausladenden Gesten. Theatralik at its best. Es wunderte mich nicht, dass Nordmazedonien ausschied. Da gefiel mir Irland doch schon etwas besser, aber leider war hier die Stimme das Problem. Ähnlich wie bei Rumänien, die sich zwar im Vergleich zu den Proben steigerte, aber dann doch in diesem starken Semi nicht mithalten konnte. Leider konnte sich auch Kroatien nicht qualifizieren. Hier kann sich Albina aber keinen Vorwurf machen. Das Lied war einfach nicht stark genug, um im ersten Halbfinale zu bestehen. Ähnlich sah es auch bei Slowenien aus. Ana war perfekt, aber der Song war wohl zu schwach. Ich hätte ihr einen Finaleinzug nur durch Jury-Punkte zugetraut, aber die reichten wohl auch nicht aus. Australien, die das Live-On-Tape Video präsentierten, haben den Song, für die Kürze der Zeit gut inszeniert (Die Videos mussten bereits im März eingereicht werden). Aber eine kleine Bühne in einem TV-Studio ersetzt nicht diese unfassbar tolle ESC Bühne. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Niederländer:innen einen echt guten Job machen. Tolle Bühne, tolle Moderation und wie gut war bitte der Interval-Act!?

Aber zurück zu den Teilnehmer:innen.

Bei einigen war der Einzug ins Finale recht sicher, z.B. bei Litauen, Malta und der Ukraine. Daher haben die Verantwortlichen leider ein Spannungsmoment verschenkt. Bei der Verkündung der Finalisten Nannte man recht schnell die Länder, deren Finaleinzug vergleichsweise unsicher war. Israel, Norwegen, Aserbaidschan. Bis zum Schluss sparte man sich Go_A aus der Ukraine auf und wenn man dann so die verbliebenen Acts durchging, war sofort klar, wer der letzte Finalist sein wird. Eine andere Reihenfolge hätte hier die Spannung bis zum letzten Moment aufrechterhalten.

Ein Wiedersehen im großen Finale wird es also mit der Ukraine, Israel, Malta, Litauen, Belgien, Aserbaidschan, Russland, Schweden, Zypern und Norwegen geben.

Sicherlich haben es diese zehn Nationen auch verdient und trotzdem schade um die sechs Ausgeschiedenen, denn das erste Halbfinale hatte wirklich ein extrem hohes Niveau.

Daher noch einmal Applaus für die sechs Künstler:innen, die wir nicht im Finale sehen werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.