Aktuell hält Corona die ganze Welt in Atem. Der Einfluss auf das Leben vieler Menschen ist in zahlreichen Ländern immens. Ausgangssperren, Einreiseverbote, Ladenschließungen, all das tritt in vielen Staaten bereits ein. Auch Deutschland minimiert das öffentliche Leben aktuell auf das Nötigste. Und auch wenn es in dieser chaotischen Zeit durchaus wichtigeres gibt, bangt die ESC-Blase nun um den Eurovision Song Contest. Aber wie ist der aktuelle Stand?

Planungen laufen weiter

Nachdem die Pre-Partys in Amsterdam, London, Madrid und Tel Aviv bereits abgesagt, bzw. verschoben wurden, werden auch in Deutschland erste Veranstaltungen abgesagt. So meldete OGAE-Germany via Facebook, dass sie ihr Preview-Treffen, das für den 4. April in München geplant war, schweren Herzens absagen müssen. Bereits im Vorfeld hatten viele Künstler_innen die Teilnahme der einzelnen Veranstaltungen abgesagt. Einige Acts reisen nicht einmal zum Postcard-Dreh in die Niederlande, so lehnten beispielsweise Litauen und Israel die Dreharbeiten ab. Trotz dieser Absagewelle hält Rotterdam an der Planung zum Event fest. Auf Eurovision.tv ist zu lesen, dass man dennoch in engem Kontakt mit Gesundheitsämtern und Regierungen stünde, um an Notfallplänen zu arbeiten.

Der Bürgermeister von Rotterdam befürwortet dieses Vorgehen. So sagte er in einem Interview mit NOS, dass es für eine endgültige Entscheidung noch zu früh sei. Daher liefen alle Planungen und Vorbereitungen wie gewohnt weiter. Dennoch erwartet der Bürgermeister eine Entscheidung der EBU bis zum 6. April, da ab diesem Zeitpunkt der Bühnenaufbau in der Ahoy Arena beginnen müsste. Weiter sagt er, dass eine Absage nur die aller letzte Lösung sein solle, so könne er sich beispielsweise auch eine Austragung ohne Live-Publikum vorstellen, wie wir es ja bereits beim Vorentscheid in Dänemark erleben mussten.  

Plan B existiert

Laut der Direktorin des Slowenischen Fernsehen RTV gäbe es jedoch einen Notfallplan. Natalijo Gorščak sagte, dass dieser in Kraft treten würde, falls eine Einreise der Künstler_innen im Mai nicht möglich sei. Dann würden die Acts in ihren Heimatländern live in einem Studio auftreten. Diese Auftritte würden dann in der Show aus Rotterdam live zusammengeschaltet werden. Nach derzeitigem Stand ginge man aber nicht davon aus, dass dieser absolute Notfallplan auch wirklich eintritt.

Laut Eurovoix kommt es heute zu einem Treffen der Beteiligten Rundfunkanstalten, um das weitere Vorgehen bezüglich des ESC zu planen. Dies habe die tschechische Rundfunkanstalt verkündet. Somit kann man zeitnah mit neuen Informationen rechnen.

Feststeht, dass eine Verschiebung des Events, auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr, nahezu unmöglich ist. Die Veranstaltung ist zu groß, um diese mal eben auf den Spätsommer oder Herbst zu schieben. Ebenfalls scheinen alle Beteiligten einen kompletten Ausfall der Musikshow verhindern zu wollen, was auch gravierende Auswirkungen auf die Künstler_innen hätte. Eine Show, bei der alle Länder ihre Lieder in der Heimat präsentieren, vielleicht sogar vor kleinem Publikum, erscheint mir als die sinnvollste Variante. Aber aktuell ist noch alles offen.

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